14.11.2017 | Artikel: 'Gruselkabinett im Schieferstollen', erschienen im Grenz Echo am Mittwoch 01. November 2017

Schieferstollen in Recht erneut Schauplatz des Halloween-Spektakels

Von Gerd Hennen

 

Recht.- Seit einigen Jahren hat sich die aus den Vereinigten Staaten stammende Tradition des Halloween-Festes auch in unseren Breitengraden etabliert.  Nicht verwunderlich, stammt der Brauch, am Vorabend zu Allerheiligen die bösen Geister zu vertreiben doch eigentlich von unseren Vorfahren, den Kelten und reicht weit über 4000 Jahre zurück. 

 

Auch in diesem Jahr verwandelte sich das Besucherbergwerk Schieferstollen in Recht in ein Mekka vieler kleiner und großer Gruselfans.  Präsident Didier Landers zeigte sich dabei besonders glücklich über die Besucherzahlen: „Wir haben über 250 Voranmeldungen, so dass wir die Zahlen der Vorjahre noch weiter toppen konnten.  Das beweist uns, dass wir mit diesem Event voll den Nerv des Publikums getroffen haben“.  In 20-Personen-Gruppen führten die „Reeter Stollenarbeiter“ die Gäste durch die im schummrigen Licht erstrahlenden Stollengänge, wobei es an jeder Ecke an gruseligen Überraschungen und merkwürdigen Geräuschen nur so wimmelte.  So manches Kind schreckte schon mal zusammen, wenn ein Geist urplötzlich aus dem Dunkel anstürmte. „Ja, ich war schon im ersten Moment sehr erschrocken, doch weiß ich ja, dass es in Wirklichkeit keine Geister gibt.  Das ist schon beruhigend!“, meinte eine 8-Jährige kurz nach der Passage des „Sensenmannes“.   

 

Monster an jeder Ecke

 

Die Kids jedenfalls fanden großes Gefallen an der Gruselparade.  Neben dem Leitspruch „Süßes! Sonst gibt’s Saures!" schlüpften die kleinen Besucher inmitten der „dunklen Jahreszeit“ in die Rollen von Geistern, Zombies und farbenfrohen Monstern.  Vor allem die Kreativität der Geisterbemalung und der Kostüme wusste hierbei zu überzeugen.  So verwandelte sich der Empfangsraum des Schieferstollens am Montagabend auch prompt in einen skurrilen „Wartesaal des Schreckens und Grauens“  mit kreischenden Hexen, Geistern und Vampiren, die danach fieberten, in die gruselige und mysteriöse Unterwelt einzutauchen und dort eine besondere Art des Nervenkitzels am eigenen Leib zu erfahren. Selbst Bürgermeister Christian Krings, selbst Mitglied der Führercrew des Besucherbergwerks ließ es sich nicht nehmen als Teufel verkleidet durch den Stollen zu führen.

 

Ah- und Oh-Effekte

 

Auch diesmal hatten die Halloween-Planer ihren Schieferstollen besonders schummrig und gruselig dekoriert, während aus den Lautsprechern undefinierbare Monster- und Geistergeräusche erklangen.  Neben der fachmännischen Vorstellung des Schieferstollens durch die Begleiter lauerten selbstverständlich auch in jeder Nische, hinter jeder Weggabelung und sogar in der Luft präparierte Gefahren, die für tolle Kreisch-Effekte sorgten. Besonders imposant erwies sich die Sound- und Lasershow, die selbst bei den Kleinsten für Ah- und Oh-Effekte sorgten.  Der Schieferstollen präsentierte sich erneut als idealer Ort für diese Art von Veranstaltungen.  „Wir befinden uns hier unter der Erde, da kann es einem schon mal mulmig werden“, so ein zufriedener Besucher, der zusammen mit seiner ganzen Familie „untertage zitterte“. Riesenspinnen, Voodoo-Puppen, Skelette, aus Särgen auferstehende Leichen und ein plötzlich auftauchender „Sensenmann“, der den Besuchern nach dem Leben trachtete, ließen das Blut der Teilnehmer aller Altersklassen in den Adern gefrieren. An jeder Ecke präsentierten sich zudem Kürbisköpfe im schummrigen Stollenlicht.

 

Kulinarische Gruselsuppe

 

Letztendlich entpuppten sich die „Monster“ allerdings als enorm hilfsbereit und entschärften zur Freude der kleinsten Besucher meist die Gruselsituation recht schnell. So gab es sowohl untertage als auch nach dem Aufstieg in die Stollenlounge leckere Spezialitäten mit ebenfalls garantiertem „Gruselfaktor“.  Giftgrüne und blutrote Getränke mit leckerer orangefarbenen Kürbissuppe sorgten hierbei für die willkommene Stärkung nach den vielen Gruselstrapazen.  Ein gelungener Aktionstag, der mit Sicherheit aufgrund seines großen Erfolgs im kommenden Jahr eine Wiederholung erfahren wird.